5
Feb
2009

Das Christentum

... fand ich immer schon schwer zu verstehen mit seiner schrägen Psychologie von Sünde, Sühne, Allmacht und selbstloser Liebe.

So sah das auch Piscine Molitor Patel im fernen Indien:

Katholiken gelten als streng, sie urteilen unerbitterlich. (...) Was? Die Menschen sündigen, und Gottes Sohn zahlt die Zeche dafür?

Ich stelle mir vor, wie Vater zu mir sagt: "Piscine, heute hat sich ein Löwe in die Lamagrube geschlichen und zwei Lamas gerissen. Gestern musste ein Rehbock dran glauben. Vorige Woche (...) So geht das nicht weiter. Es muss etwas geschehen. Die löwen können ihre Sünden nur büßen, wenn sie als Nächsten dich fressen."

"Da hast Du Recht, Vater, das ist ja nur logisch und vernünftig. Ich wasche mir noch eben die Hände."

"Halleluja, mein Sohn."
"Halleluja."

(...)

Das war nicht richtig von diesem christlichem Gott gewesen, dass Er Seinen Avatar sterben ließ. (...) Aber wenn ein Gott einmal tot war, dann haftet der Tod an ihm, selbst wenn er aufersteht. Der Sohn wird den Geschmack des Todes nicht mehr los. Die ganze Dreieinigkeit - man konnte sich vorstellen, wie grässlich es roch zur Rechten Gottes. Nicht nur in der Phantasie. Warum tat Gott sich so etwas an? Warum überließ Er den Tod nicht den Sterblichen? Warum machte Er das Schöne schmutzig, die Vollkommenheit unvollkommen?

Weitere gute Fragen in "Schiffbruch mit Tiger" von Yann Martel.

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